11 Minuten Lesezeit · Juni 2026

    Fantasie fördern bei Kindern: 8 wirksame Wege im Alltag

    Kurz erklärt

    Fantasie braucht Lücken. Bildschirm-Übermass, fertige Spielzeuge und durchgeplante Tage blockieren sie. Vorlesen, Hörgeschichten, offene Materialien, Langeweile und Natur fördern sie. Co-Creator-Apps, in denen Kinder selbst erfinden, sind die stärkste digitale Variante.

    Fantasie ist nicht Luxus, sondern Grundlage von Problemlösung, Empathie und Resilienz. Hier sind 8 alltagstaugliche Wege, sie zu fördern, vier Gründe warum es wichtig ist und Antworten auf häufige Elternfragen.

    8 Wege, Fantasie zu fördern

    1

    Vorlesen ohne Bilder

    Reiner Text zwingt das Gehirn, eigene Bilder zu erzeugen. Stärkster Fantasie-Trainer.

    2

    Hörgeschichten statt Video

    Wie Vorlesen, aber ohne Stimm-Erschöpfung der Eltern. Kinder bauen die ganze Welt selbst.

    3

    Offene Spielmaterialien

    Klötze, Tücher, Stöcke statt fertige Plastikfiguren. Mehr Lücke, mehr Fantasie.

    4

    Langeweile aushalten

    Wenn nichts vorgegeben ist, beginnt das Hirn zu erfinden. Bildschirm und Spielzeug-Überangebot blocken das.

    5

    Geschichten gemeinsam erfinden

    Im Auto, vor dem Schlafen: Du fängst an, das Kind erfindet weiter. Bestes Training für Erzählstrukturen.

    6

    Mit den Händen bauen

    Lego, Sand, Knete, Höhlen aus Decken. Räumliche Fantasie braucht physisches Material.

    7

    Natur als Bühne

    Wald, Park, Bach. Reale Umgebung wird zu Fantasiewelt, ohne dass Eltern moderieren müssen.

    8

    Co-Creator statt Konsument

    Apps, die das Kind erfinden lassen (Figur wählen, Ort wählen, Wendung wählen), statt vorgefertigte Inhalte zu zeigen.

    Warum Fantasie so wichtig ist

    1

    Problemlösung

    Wer sich Szenarien vorstellen kann, findet leichter Lösungen für echte Probleme.

    2

    Empathie

    Sich in andere hineinversetzen ist Fantasie-Arbeit. Die Grundlage sozialer Intelligenz.

    3

    Sprache und Denken

    Wer komplexe Bilder im Kopf bauen kann, findet komplexe Worte dafür.

    4

    Resilienz

    Schwierige Situationen werden erträglicher, wenn das Kind sich Alternativen vorstellen kann.

    Wunderli: Kinder als Co-Creator ihrer Geschichten

    Bei Wunderli erfindet das Kind in 6 Schritten seine eigene Geschichte mit. Es wählt Figuren, Ort, Stimmung, Länge und Wendungen. Statt zu konsumieren, gestaltet es aktiv. Mehrstimmig erzählt, mit Musik. Die erste Geschichte ist gratis auf wunderliapp.com.

    Häufige Fragen

    Sehr viel. Kinder zwischen 3 und 8 leben oft halb in der Fantasiewelt. Imaginäre Freunde, eigene Geschichten, magisches Denken sind völlig normal und ein gutes Zeichen für Entwicklung.

    Nein. Auch lebhafte Vorstellungskraft ist kein Problem, solange das Kind real und fantastisch unterscheiden kann (ab ca. 6 Jahren). Bei jüngeren Kindern ist Vermischung normal.

    Bildschirm-Übermass (Bilder werden vorgegeben), fertige Spielzeuge mit nur einer Funktion, zu durchgeplante Tage ohne Leerzeit, ständige Erwachsenen-Moderation beim Spiel.

    Sie sind etwas anderes. Ohne visuelle Vorgabe baut das Kind die Welt selbst, und genau das entfällt beim Video. Eine gemessene Wirkung behaupten wir damit nicht, wohl aber einen Unterschied in visuellen Hirnregionen beim Hören als beim Sehen.

    Ab dem ersten Lebensjahr durch Vorlesen, ab 2 durch Fingerspiele und Reime, ab 3 durch erste Rollenspiele, ab 4 durch eigene Geschichten.

    Nicht sofort beschäftigen. Langeweile ist der Boden, auf dem Fantasie wächst. 'Find raus, was du machen willst' reicht oft. Beim zweiten Mal nach 20 Minuten klappt es.

    Begrenzt. Apps geben oft Vorlagen vor. Reines Papier mit Stiften ist besser. Wenn Apps, dann offene wie Tonie-Mal-Apps oder digitale Bauklötze.

    Halte vor wichtigen Wendungen inne und frag: 'Was glaubst du, passiert jetzt?' Übernimm Vorschläge des Kindes in die Geschichte. Das aktiviert beide Seiten.