Gute-Nacht-Geschichten-App: die Checkliste für Store und ersten Abend
Eine gute Gute-Nacht-Geschichten-App verkauft während der Geschichte nichts, gibt keine Daten für Werbung an Dritte weiter, spielt am Ende nichts automatisch weiter und lässt den Bildschirm beim Hören aus. Das meiste davon prüfst du im Eintrag im App Store oder bei Google Play, bevor du die App lädst, den Rest am ersten Abend in wenigen Minuten. Länge, Sprachen, Altersgruppe und die Frage, ob dein Kind allein starten soll, entscheiden danach zwischen den Apps, die bis hierhin bestanden haben.
Die Prüfpunkte stützen sich auf die Elternratgeber von klicksafe und SCHAU HIN, auf die Verbraucherzentrale, die USK und die Hilfeseiten von Apple und Google, alle geöffnet am 12. Oktober 2026. Weiter unten messen wir Wunderli an derselben Liste, mit den Punkten, an denen es schwächer ist.
Die Checkliste in Kurzform
| Prüfpunkt | Wo du es prüfst | Gutes Zeichen |
|---|---|---|
| Werbung und Kaufaufforderungen | Store-Eintrag, erster Abend | Keine Werbung und kein Kaufangebot während oder nach der Geschichte; Käufe nur mit deinem Passwort |
| Daten und Tracking | «App-Datenschutz» im App Store, «Datensicherheit» bei Google Play | Nichts unter «Für Tracking verwendete Daten», keine Weitergabe für Werbung, ein Weg zum Löschen des Kontos |
| Ende der Geschichte | Erster Abend | Nach dem letzten Satz ist Stille, nichts startet automatisch |
| Bildschirm | Erster Abend | Die Geschichte läuft mit gesperrtem, dunklem Display weiter |
| Offline hören | Flugmodus am ersten Abend | Gespeicherte Geschichten laufen ohne Netz |
| Länge | Beschreibung, App | Mehrere Längen zur Wahl, Dauer vor dem Start sichtbar |
| Sprachen | Beschreibung | Die Sprachen eurer Familie, wenn möglich mit einstellbarem Sprachniveau |
| Zielgruppe und Inhalte | Altersfreigabe, Beschreibung, Website des Anbieters | Klare Altersangabe, beschrieben, wie Inhalte geprüft werden, erreichbarer Anbieter |
| Allein starten | Erster Abend | Passt zu dem, was du willst: dein Kind startet selbst, oder du startest bewusst |
Die ersten fünf Punkte sind die harten, die letzten vier sind Fragen der Passung.
Werbung und In-App-Käufe
klicksafe warnt in seinem Ratgeber zu Apps (klicksafe, 2026): «Viele sogenannte ‹Gratis-Apps› bieten zusätzliche Funktionen durch In-App-Käufe an oder blenden Werbung für kostenpflichtige Angebote ein.» Als Merkmale einer kindgerechten App nennt klicksafe, dass sie auf Werbung und Verlinkungen zu App-Stores verzichtet und keine Möglichkeit bietet, kostenpflichtige Erweiterungen direkt aus der App heraus zu kaufen.
Laut Verbraucherzentrale (2025) schreibt kein Gesetz vor, dass Anbieter vorab angeben müssen, ob man in ihrem Spiel Geld ausgeben kann. Apple und Google seien hier «Vorreiter», in ihren Stores müssten alle Kaufoptionen für In-Game-Währungen sichtbar sein. Schau deshalb im Store-Eintrag nach dem Hinweis auf In-App-Käufe. Ein Abo oder Pakete sind für sich kein Warnsignal. Entscheidend ist, wo der Kauf auftaucht: in deinen Einstellungen oder als Angebot mitten in der Geschichte.
Sichere das Gerät vor dem ersten Abend ab. Apple beschreibt auf seiner Hilfeseite zu In-App-Käufen (Apple, 2026) den Weg: Bildschirmzeit, Apps & Websites, App Store, In-App-Käufe auf «Blockiert». «Wenn du Kindern die Nutzung deines Geräts erlaubst, kannst du für jeden Kauf ein Passwort verlangen.» Bei Android führt die Anleitung der Verbraucherzentrale (2026) über das Profilbild in Google Play zu Zahlungen und Abos, Bestätigung von Käufen; sie empfiehlt «immer». Laut Google-Play-Hilfe (Google, 2026) hilft diese Einstellung, «nicht autorisierte Käufe auf Ihrem Gerät zu verhindern».
Daten und Tracking: den Datenschutzabschnitt im Store lesen
Beide Stores zeigen vor dem Download, was eine App an Daten erhebt. SCHAU HIN verweist in seinem Ratgeber «Sicherheit für Apps» (SCHAU HIN, 2026) ausdrücklich auf diese Abschnitte.
Im App Store heisst der Abschnitt «App-Datenschutz». Laut Apple-Support (Apple, 2024) werden die Informationen «von den Entwicklern selbst geliefert». «Für Tracking verwendete Daten» sind Daten aus der App, die mit Daten aus Apps oder Websites anderer Unternehmen verknüpft und für Werbung verwendet oder an Informationsvermittler weitergegeben werden. Für eine Gute-Nacht-Geschichten-App sollte in dieser Gruppe nichts stehen. «Mit dir verknüpfte Daten» wie eine E-Mail-Adresse sind bei einem Konto normal; schau dann auf den Zweck, App-Funktionalität oder Werbung.
Bei Google Play heisst er «Datensicherheit». Die Google-Play-Hilfe (Google, 2026) unterscheidet «erhoben», wenn der Entwickler über die App Daten von deinem Gerät abruft, und «weitergegeben», wenn Daten an Dritte gehen. Gibt eine App an, ihre Sicherheitspraktiken seien unabhängig geprüft worden, betrifft das nur diese Praktiken; Google schreibt dazu, es werde «nicht geprüft, ob die Offenlegung des Entwicklers im Abschnitt zur Datensicherheit korrekt und vollständig» ist. Apps mit Konto müssen laut Google einen Weg anbieten, Konto und Daten in der App zu löschen.
Lies beide Abschnitte also als Selbstauskunft des Anbieters. Prüfe nach der Installation zusätzlich die Berechtigungen. SCHAU HIN rät, unnötige Zugriffe «etwa auf Kamera, Mikrofon oder Standort» zu deaktivieren. Eine App, die Geschichten abspielt, braucht keinen Standort.
Was nach dem letzten Satz passiert
Starte am ersten Abend eine Geschichte, lass sie bis zum Schluss laufen und bleib zwei Minuten dabei. Startet danach eine zweite Folge, eine Empfehlung oder Musik, such die Einstellung dafür. Gibt es keine, taugt die App für den Nachmittag, aber nicht für die Schlafenszeit.
Muss der Bildschirm an bleiben?
Drück während der Geschichte die Seitentaste. Läuft der Ton bei gesperrtem Display weiter, kann das Gerät mit dem Bildschirm nach unten ausser Reichweite liegen. Bricht die Wiedergabe ab oder zeigt die App Animationen, die zum Hinschauen einladen, wird aus dem Hören ein Schauen. Mehr zum Thema steht im Beitrag zur Bildschirmzeit bei Kindern.
Offline hören
klicksafe zählt zu den Merkmalen einer kindgerechten App, dass sie sich «am besten auch ohne Internetanbindung» nutzen lässt. Teste es am ersten Abend: Flugmodus ein, Geschichte starten. Als Nebeneffekt kommen keine Push-Nachrichten dazwischen. Erstellen oder Herunterladen braucht oft Internet, Abspielen sollte ohne Netz gehen.
Länge, Sprachen und Sprachniveau
Länge. Gut ist eine App, die mehrere Längen anbietet und die Dauer vor dem Start zeigt. Dann weiss auch dein Kind ungefähr, wann Schluss ist.
Sprachen. Wächst dein Kind mit mehr als einer Sprache auf, prüfe in der Beschreibung, in welchen Sprachen die Geschichten selbst erzählt werden, über die Menüs hinaus. Ein einstellbares Sprachniveau hilft, wenn dein Kind eine Sprache besser versteht als die andere.
Für wen die Inhalte sind und wie sie geprüft werden
Die Altersfreigabe im Store ist ein Anfang, keine Empfehlung. SCHAU HIN erklärt: Apple stuft nach eigenen Kriterien ein, Google Play vergibt die Kennzeichen nach der internationalen IARC-Klassifizierung in Zusammenarbeit mit der USK. Laut USK (2026) wertet dafür ein Fragebogen die Angaben zu Inhalten aus, etwa Gewaltdarstellungen, und zu Nutzungsrisiken wie Chat- oder Kauffunktionen. Was die Freigaben nicht leisten, sagt SCHAU HIN deutlich: «Sie sagen aber nichts darüber aus, ob eine App pädagogisch schon geeignet ist.»
Achte deshalb auf drei Dinge: eine Altersgruppe für die Geschichten selbst, zusätzlich zur Freigabe; eine Seite auf der Website des Anbieters, die beschreibt, wie Inhalte entstehen und geprüft werden; und einen Anbieter mit Impressum und Kontakt, den SCHAU HIN als «erreichbaren Anbieter» zu den Zeichen einer seriösen App zählt. klicksafe rät, Apps «im Voraus» zu testen. Bei Geschichten heisst das: Hör die erste selbst ganz an, bevor dein Kind allein zuhört.
Kann dein Kind allein starten?
Hier gibt es kein Richtig, nur eine Wahl. Läuft die Geschichte auf deinem Smartphone oder Tablet, liegt das Starten bei dir, und das Gerät bleibt im Raum. klicksafe rät ohnehin, dass Eltern den Download von Apps überwachen. Soll dein Kind ganz allein starten und stoppen, ist eine Hörbox dafür gebaut. Mehr dazu im Beitrag Hörspiele ohne Box.
Wie Wunderli die Checkliste beantwortet
| Prüfpunkt | Wunderli |
|---|---|
| Werbung und Käufe | Keine Werbung Dritter. Es gibt In-App-Käufe: ein Abo und einmalige Pakete mit Guthaben, gekauft über den App Store oder Google Play. Die erste Geschichte ist gratis. |
| Daten und Tracking | Kein Werbetracking. Die vollständigen Angaben stehen im Datenschutzabschnitt des Store-Eintrags. |
| Ende der Geschichte | Nichts startet automatisch. |
| Bildschirm | Bleibt beim Hören aus. |
| Offline | Fertige Geschichten laufen offline. Schwachpunkt: Zum Erstellen braucht es Internet. |
| Länge | 10+, 15+ oder 20+ Minuten |
| Sprachen | Deutsch, Französisch oder Englisch, je in drei Sprachniveaus |
| Zielgruppe und Inhalte | Geschichten für Kinder von 4 bis 12. Ein Elternteil gestaltet für jede Geschichte Figuren, Welt und Stimmung aus den Ideen des Kindes. |
| Allein starten | Schwachpunkt: Nein. Wunderli ist eine App für dein Smartphone oder Tablet, ein Elternteil gestaltet jede Geschichte. |
| Stimmen | Wunderli erzählt die Geschichte, mit eigener Stimme für jede Figur. |
So funktioniert es: Ein Elternteil gestaltet in sechs Schritten Figuren, Welt und Stimmung aus den Ideen des Kindes, Wunderli schreibt daraus die Geschichte und erzählt sie als Hörspiel. Den Ablauf Schritt für Schritt zeigt die Seite So funktioniert Wunderli, mehr zur Sicherheit steht unter Kindersicherheit. Wer Wunderli direkt mit einer Box vergleichen will, findet das auf der Seite zur Toniebox-Alternative.
Hörprobe
Die folgende Aufnahme ist eine Hörprobe, wie eine Wunderli-Geschichte klingt. Sie gehört nicht zu einem Beispiel auf dieser Seite.
Hörprobe: eine Wunderli-Geschichte auf Deutsch
Andere Wege am Abend
Toniebox. tonies schreibt auf tonies.com (tonies, 2026), die Toniebox sei «für Kinder ab 1 Jahr entwickelt» und eigne sich «besonders gut für das selbstständige Spielen». WLAN braucht sie laut tonies bei der Ersteinrichtung, beim ersten Aufstellen eines neuen Tonies und wenn neue Inhalte auf einen Kreativ-Tonie geladen werden.
SRF Kids. Auf der Seite «Alles zum Hören für Kinder» (SRF, 2026) bietet SRF unter anderem den Podcast «Schlummerland, Gutenachtgeschichten für Kinder» an. Die zehn dort gelisteten Folgen dauern zwischen 27 und 40 Minuten. Als Podcast gehört, hängt es von deiner Podcast-App ab, ob am Ende die nächste Folge startet.
tonies® und Toniebox sind Marken von tonies. Wunderli hat mit keinem der genannten Anbieter eine geschäftliche Verbindung. Wir nennen die Angebote nur, damit Eltern vergleichen können.
Erstelle deine erste Geschichte in Wunderli. Sie ist gratis.
Quellen
- klicksafe: So nutzt Ihr Kind Apps sicher (2026)
- SCHAU HIN: Sicherheit für Apps, so geht's (2026)
- Verbraucherzentrale: In-Game- und In-App-Käufe: Wenn virtueller Spielspass teuer wird (2025)
- Verbraucherzentrale: In-App-Käufe deaktivieren bei iOS und Android: So geht's (2026)
- USK (Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle): International Age Rating Coalition (USK-Lexikon) (2026)
- Apple: Datenschutzinformationen im App Store und Optionen zur Datenregulierung (2024)
- Apple: In-App-Käufe von Apple in «Bildschirmzeit» auf deinem iPhone oder iPad deaktivieren (2026)
- Google: Der Google Play-Abschnitt zur Datensicherheit (2026)
- Google: Bestätigung von Käufen für Google Play (2026)
- tonies: So funktioniert die Toniebox (2026)
- SRF: Alles zum Hören für Kinder (2026)